Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Agrobiodiversität Rhön
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Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Projektentwicklung im Naturschutz

Agrobiodiversität Rhön

Integrativer Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft – das Biosphärenreservat Rhön als Modell

Laufzeit:

Okt. 2009 bis Dez. 2010 (vorläufig)

Träger:

bbv-LandSiedlung GmbH, München

Förderung:

Regierung von Unterfranken, Würzburg, aus Mitteln der Bayerischen Biodiversitätsinitiative

Ziel:

Das Projekt „Agrobiodiversität Rhön“ zielt darauf ab, die Arten- und Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft der Rhön und ihren Vorländern (Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen) durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Ackerflur. Aufgrund der hohen Bedeutung des Grünlandes, v. a. in der Hochrhön und angrenzenden Bereichen, soll in Weiterführung des Grünlandprojektes im Biosphärenreservat Rhön auch dessen Biodiversität verbessert werden. Im Einzelnen bestehen folgende Ziele:

  • Stopp und Umkehr des allgemeinen Biodiversitätsverlustes in Acker- und Grünlandgebieten durch eine modellhafte Naturschutzberatung für die Landwirtschaft unter kooperativer Erarbeitung realisierbarer Maßnahmen
  • praktische Erprobung der Eignung verschiedener Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität vorzugsweise durch angepasste Nutzung (integrativ) und Lösung auftretender Konflikte
  • Unterstützung bei der Umsetzung von „Natura 2000“, ggf. auch über die Grenzen der Schutzgebiete hinaus, um über großflächige Konzepte auch eine ökonomische Tragfähigkeit zielführender Maßnahmen zu gewährleisten
  • aktive Einbindung aller Akteure in Agrarlandschaften einschließlich der Landschaftspflege- und Naturschutzverbände
  • damit modellhafte Realisierung eines Mehrwerts für den Naturschutz gegenüber Anwendung der aktuell gültigen guten fachlichen Praxis, deren Ergebnisse bayernweit übertragbar sind, und Erfüllung der Kriterien der bayerischen und nationalen Biodiversitäts-Strategie
  • Schaffung von Grundlagen einer längerfristigen Erfolgskontrolle in Anlehnung an den Farmland-Bird-Index

erste Ergebnisse:

  • Angebot einer Naturschutzberatung für Landwirte durch Karl-Heinz Kolb und Susanne Schlagbauer
  • Katalog geeigneter Maßnahmen zur Förderung der Agrobiodiversität und ihrer Umsetzung
  • Maßnahmenumsetzung, bisher u.a. Anlage von Blühstreifen und -flächen auf ca. 47 ha mit 24 beteiligten Landwirten und Erprobung vielfältiger Samenmischungen, Anlage von Lerchenfenstern, Erprobung von Strukturelementen in Mais- und Kartoffeläckern, alternativen Energiepflanzen, Wendbeeten etc., Planung für zwei Acker-Vernässungsflächen zur Förderung u.a. von Limikolen
  • Analysen zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit von Hecken zur Energieholzgewinnung
  • Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere im landwirtschaftlichen Umfeld
  • zahlreiche Gespräche mit Verwaltungen, u.a. Bildung einer Arbeitsgruppe zur Förderung der biologischen Vielfalt  in der Agrarlandschaft

Schafherde in Ginolfs