Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Grünlandprojekt Spessart
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Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Projektentwicklung im Naturschutz

Länderübergreifendes Grünlandprojekt Spessart

Neue gemeinsame Optionen für Landwirtschaft und Naturschutz soll das Grünlandprojekt im Spessart eröffnen - auch in verbuschenden schmalen Tälern (Frammersbach)

Ausgangslage:

Trotz vorhandener Förderprogramme zieht sich die Grünlandwirtschaft sowohl im bayerischen als auch im hessischen Spessart zunehmend zurück: In Folge verbuschen immer mehr ökologische hochwertige Offenlandflächen und werden vom Wald zurückerobert. Wertvolle Lebensräume und darin lebende Arten verschwinden.

Um dieser Entwicklung entgegen zur wirken, startete im Spessart ein länderübergreifendes Grünlandprojekt. Übergeordnetes Ziel des aus dem Biotopverbundprojekt Spessart heraus vorbereiteten Projekts ist es, in einem partnerschaftlichen Ansatz von Landwirtschaft und Naturschutz den Rückgang der Grünlandnutzung im Spessart und die damit verbundenen negativen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen zu stoppen und gebietsweise umzukehren:

  • Landwirte und Schäfer, vor allem auch junge Betriebsnachfolger, sollen in der Bewirtschaftung von Grünland wieder eine wirtschaftliche Perspektive sehen.
  • Durch extensive landwirtschaftliche Nutzung von Wiesen und Weiden werden wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten bzw. regeneriert.
  • Das charakteristische und attraktive Erscheinungsbild der jahrhundertealten Kulturlandschaft wird als Grundlage für die regionale Identität, Lebensqualität und einen sanften Tourismus bewahrt.
  • Die regionale Produktion und Vermarktung fördern die Wertschöpfung in der Region und schaffen Arbeitsplätze, auch über den Projektzeitraum hinaus.
  • Regionaltypische und gefährdete Weidetierrassen werden durch Zucht und Vermarktung gefördert.

Schlüsselaufgabe ist es, ökonomische Perspektiven für die extensive Nutzung ökologisch wertvoller Grünlandflächen aufzuzeigen. Dieses geschieht durch naturschutzfachliche und ökonomische Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe und durch Förderung der regionalen Vermarktung.

Das geplante länderübergreifende Vorhaben umfasst ein bayerisches und ein hessischen Teilprojekt, welche von den beiden Naturparken, den Bauerverbänden und der Landwirtschaftsverwaltung getragen werden und zahlreiche Akteure vernetzen.

Für die Projektumsetzung werden zurzeit Finanzmittel aquiriert. Eine Gruppe von Studierenden der Universität der Künste Berlin hat ein Vermarktungs- und Kommunikationskonzept für Produkte aus der Grünlandnutzung im Spessart entwickelt. In der Folge wurde im November ein Vermarktungsverein "Grünland Spessart" gegründet, welcher die weitere Umsetzung eigenständig vorantreibt.

 

Grünlandprojekt im bayerischen Spessart

Offenhaltung naturschutzfachlich wertvoller Wiesen- und Weidelandschaften im Spessart

Laufzeit:

Nov. 2009 bis Dezember 2010 (vorläufig)

Träger:

Naturpark Spessart e.V. ,Gemünden am Main

Förderung:

Regierung von Unterfranken, Würzburg, aus Mittel der Bayerischen Biodiversitätsinitiative

Ziel:

Ziel des Projekts ist eine Förderung und Etablierung einer nachhaltigen, extensiven Grünlandwirtschaft im Spessart mit Zielsetzungen des Naturschutzes und zugleich einer ökonomischen Tragfähigkeit.

Im Rahmen eines partnerschaftlichen Ansatzes von Landwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege wird der Rückgang der Grünland­nutzung gestoppt und soweit möglich umgekehrt. Die naturschutzfachliche und ökonomische Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Förderung der regionalen Vermarktung spielen dabei eine zentrale Rolle. Das Projekt bietet eine „Naturschutzberatung für Landwirte“ an und setzt so eine begonnene kooperative Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz vertiefend fort.

Wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Naturpark Spessart werden so langfristig erhalten bzw. regeneriert. Das charak­teristische und attraktive Erscheinungs­bild der Kulturlandschaft wird als Grundlage für die regionale Identität, die Lebensqualität und einen sanften Tourismus bewahrt.

Das Vorhaben erfüllt somit nicht nur die Anforderungen der FFH-Richtlinie und die Zielvorgaben der bayerischen Biodiversitätsstrategie, sondern verknüpft auch Naturschutz und Regionalentwicklung auf vorbildliche Weise. Die Unteren Naturschutzbehörden (UNB) und Landschaftspflegeverbände (LPV) werden somit in ihrer Arbeit optimal unterstützt und ergänzt.

Ergebnisse:

  • Naturschutzberatung durch zwei Projektmanager, Dipl.-Geogr. Christian Salomon und Michael Veeh
  • Informationsveranstaltungen, Exkursionen, Öffentlichkeitsarbeit und Fachgespräche
  • Auswahl von Umsetzungsprojekten und deren Planung, u.a. im Dammbachtal, Kaltenbachgrund bei Weibersbrunn und Lohrgrund
  • Prüfung künftiger Finanzierungsoptionen zur Projektfortführung

weitere Informationen:

www.gruenland-spessart.de