Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Wildkatze Rhön
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Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Projektentwicklung im Naturschutz

Biotopverbund für die Zielart Wildkatze in der Rhön

Wildkatze (Foto: Herbert Grabe, www.wildkatze-rhoen.de)

Laufzeit:
2008 - 2011

Träger:
RhönNatur e.V. - Verein zur Förderung von Natur und Landschaft in der Rhön

Förderung:
Allianz Umweltstiftung, Zoologische Gesellschaft Frankfurt

Ziel:
Im Jahr 2007 konnte das Vorkommen der Wildkatze im Biosphärenreservat Rhön durch Lockstocknachweise bestätigt werden. Neben den Lockstocknachweisen im Rahmen des BUND-Projekts „Rettungsnetz für die Wildkatze“ ließ die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) auch die Eignung der Rhön als Habitat und Wanderkorridor für Wildkatze und Luchs im Rahmen von drei Diplomarbeiten untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Rhön auch überregional eine wichtige Verbundfunktion ausübt. Daher ist es lohnend und wichtig, die Funktion zu stützen. Die Wildkatze dient dabei als Zielart für Tierarten mit großen Raumansprüchen sowie für Lebensgemeinschaften strukturreicher Waldbiotope und Wald-Offenland-Komplexe.

Die Ziele betreffen drei Bereiche:

  • Nachweis/Erfassung: Wichtigste Methode zum Nachweis von Wildkatzen ist das Aufstellen von mit Baldrian und/oder Katzenminze präparierten Lockstöcken. Der Duft motiviert Katzen, sich an den Stöcken zu reiben. An der rauen Oberfläche lassen sie Haare zurück. Die werden durch das Forschungsinstitut Senckenberg genetisch analysiert, so dass die Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze und in Kürze auch eine individuelle Erkennung möglich werden. Fotofallen nahe den Lockstöcken liefern Fotonachweise. Weiterhin werden Totfunde ausgewertet.
  • Biotopverbesserung: Zur Zeit erstellt das Projektteam durch Auswertung von Luftbildern und Überprüfung der Gegebenheiten vor Ort auf Basis der Voruntersuchungen Detailplanungen zur Umsetzung geeigneter Biotopverbundmaßnahmen in der Rhön. Um die Population der Wildkatze zu sichern bzw. zu vergrößern, sind Strukturen in der Landschaft nötig, die es den Individuen ermöglicht geschützt zu wandern, denn nur so können neue Lebensräume besiedelt werden. Die Planungen werden im nächsten Schritt mit den zu beteiligten Fachbehörden, Verbänden und Landnutzern abgestimmt. Nach Bewilligung der Einzelmaßnahmen und der Bereitstellung von Finanzmitteln kann die Umsetzung von Maßnahmen erfolgen. Zur Kontrolle werden entsprechende Untersuchungen vor und nach der Maßnahmenumsetzung durchgeführt. Folgende Maßnahmen sollen durchgeführt werden:
    • Förderung des Strukturreichtums im Wald
    • Vernetzung von Waldgebieten
    • Gestaltung von Übergangszonen von Wald und Offenland
    • Verringerung von Störungen im Wald
    • Anlage von Grünbrücken
  • Information: Wissen über die Wildkatze in der Rhön werden der Öffentlichkeit durch Publikationen, Medienberichte und Ausstellungen zugänglich gemacht. RhönNatur e.V. bietet verschiedene Bildungskonzepte sowie Führungen für alle Altersklassen, Zielgruppen und Einrichtungen an. Am Wildpark Klaushof (Bad Kissingen) ist ein Wildkatzen-Lehrpfad in Planung. Weiterhin findet ein Informationsaustausch mit nationalen und internationalen Wildkatzenexperten (s. auch der bundesweite Wildkatzen-Aktionsplan) und mit Landnutzern aus Land-, Forstwirtschaft und Jagd über die Biologie und die Verbreitung der Wildkatze statt.

Ergebnisse:
Das Projekt wird in enger Abstimmung mit dem BUND, dem Bund Naturschutz in Bayern und den Verwaltungsstellen des Biosphärenreservates in Bayern, Hessen und Thüringen umgesetzt. Derzeit laufen vor allem Arbeiten zum Verbreitungsnachweis (besonders mittels Lockstrockmethode), die Planung konkreter Umsetzungsmaßnahmen sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

weitere Informationen:
www.wildkatze-rhoen.de

 

Auftakt-Veranstaltung in Point Alpha, v.l.: Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung; Eckhard Jedicke, 2. Vors. RhönNatur; Wolfgang Fremuth, 1. Vors. RhönNatur und ZGF-Referatsleiter Europa

Korridorkarte der Rhön (RhönNatur nach Daten des BUND u.a. Quellen)